Gemeindeleben

Stabübergabe: Sechs Jahre lang haben die KirchenvorsteherInnen unfassbar viel Zeit und Herzblut eingebracht für unsere Kirchengemeinde. Manche noch viel länger! Daher wurde allen Mitgliedern des Kirchenvorstands im Gottesdienst in Feldkirchen gedankt, sie wurden einmal ihrerseits ein wenig beschenkt. Das gleicht nichts aus. Soll es auch nicht. Eine Aufmerksamkeit soll es sein: Vergelt‘s Gott für Euer Engagement! In der Gemeindeversammlung in der Aschheimer Segenskirche wurde der neue sowie der erweiterte  Kirchenvorstand ins Amt berufen und im Gebet zugerüstet. Möge Segen auf den Gedanken, Visionen, Entscheidungen und Taten dieses Gremiums liegen! Schon im März wird der Kirchenvorstand sich zu einer Klausur zurückziehen. Ein Weg liegt vor uns …

Torsten Bader

 

Ein neues Jahr hat vor wenigen Wochen begonnen und hat auch wieder eine neue Jahreslosung mitgebracht. Im Zentrum steht der Begriff „Frieden“ - so auch auf den meisten Bildern zur Jahreslosung mit dem Zeichen der Taube sichtbar gemacht. Auch in unseren Gottesdiensten begegnen wir dem Frieden an vielen Stellen. In vielen Predigten wird er genannt, in viele Gebete wird er miteingeschlossen und auch einander sprechen wir uns zu: „Friede sei mit dir“. Ist das zu viel? Wird er am Ende zu beiläufig erwähnt, ohne noch das Bewusstsein zu haben, was hinter diesem Wort alles steckt? Ich denke, zu viel Frieden kann es nicht geben. Schließlich ist er etwas so Zerbrechliches und Flüchtiges und gerade deshalb ist es so wichtig, ihn immer wieder abzurufen. Was alles hinter diesem Begriff steckt, erkennt man vor allem dann, wenn man auf das hebräische Wort für Frieden schaut: „Schalom“. Betrachtet man dort die Übersetzung, so merkt man schnell, dass es mehr ist, als nur die Abwesenheit für Streit und Krieg. Er steht auch für Unversehrtheit, Gesundheit oder Sicherheit. Es steckt eine tiefe Sehnsucht nach einer heilen, unversehrten Welt darin, in der keine Gefahr droht. Die Hoffnung auf ein gerechtes und alle Feindschaft überwindendes Miteinander. „Schalom“ ist auch schon in der hebräischen Bibel (Tanach) ein zentrales Wort und bis heute der gängigste Gruß unter Juden. ImIslam begrüßt man sich mit „Salam“. In allen drei Religionen wünscht man somit seinem Gegenüber mit dem Friedensgruß das, was für ihn wertvoll ist. Schalom ist mehr als Friede, es ist Zu-Frieden-heit. Nicht nur der Zustand, sondern auch der Weg dorthin. Immer öfter begegnen mir in meinem Alltag und meinem Berufsleben Menschen, die klagen: „Wenn alle Religionen den Frieden predigen – warum gibt es dann religiöse Gewalt?“ Menschen, die erschrocken jeden Tag in den Medien sehen, was Religion auf unserer Welt an Kriegen auslöst. Soldaten, die im Einsatz schreckliche Dinge gesehen haben, die durch Glaubenskriege verursacht wurden. Menschen, die in ihrer Biografie Religion als etwas erlebt haben, was Menschen getrennt hat, was ihnen indoktriniert wurde. Was lässt sich auf diese Frage entgegnen? Eine Antwort darauf wäre: In jeder Religion gibt es Sätze, die schwer zu verstehen sind und deshalb leicht zu missbrauchen sind. Sätze, die von Feinden des Glaubens handeln und schließlich von Politikern in kriegerischen Auseinandersetzungen benutzt werden. Unsere Geschichte hat hierfür leider erschreckend viele Beispiele. Aber was tun? Religion abschaffen? Mein Apell wäre, dass sich Gläubige lautstark wehren müssen, wenn ihre Religion missbraucht wird. Wenn mit ihr Feindschaft geschürt werden soll oder noch schlimmer: wenn in ihrem Namen Gewalt ausgelöst wird. Gewalt ist Gotteslästerung. Jesus lädt uns dazu ein, in seinen Frieden zu kommen und nicht in den Kampf zu ziehen. Wer Religion verstanden hat, der weiß das. Müssen wir uns neu erfinden? Ich denke nicht. Wir müssen einfach mal unsere alten Schriften lesen. Stellen wieder entdecken, die sagen: „Gott ist Liebe nicht Krieg. Gott ist Leben und nicht Tod. Gott ist Schalom!“ Friede sei mit Ihnen!

Franziska Raetsch